Bayern

 
























24.03.2017


Pressemitteilung
Markt zu klein – verkaufsoffene Sonntage in Parsdorf weiter auf dem Prüfstand

Der von Imbiss-Ständen geprägte Markt auf dem Parkplatz von Segmüller war kein ausreichender Anlass, um am letzten Sonntag die Geschäfte im Gewerbegebiet zu öffnen.

Im Februar hatte die Gemeinde Vaterstetten die verkaufsoffenen Sonntage im Ortsteil Parsdorf räumlich etwas eingeschränkt, um den rechtlichen Vorgaben zu genügen. Doch aus Sicht der Allianz für den freien Sonntag bestehen weiterhin erhebliche Bedenken, was die Rechtmäßigkeit dieser Sonntagsöffnungen angeht. Beim Marktsonntag am 19. März stellte das kirchlich-gewerkschaftliche Bündnis vor Ort fest, dass lediglich ein kleiner Teil des Segmüller-Parkplatzes für den Markt reserviert war, der eigentlich die Hauptattraktion sein sollte. Der namenlose Markt war zudem von Imbissständen dominiert. Es bot nichts, was für sich genommen ein überregionales Publikumsinteresse hätte hervorrufen können.
„So wie es am vergangenen Sonntag in Parsdorf gelaufen ist, geht es rechtlich nicht“, stellt DGB-Regionssekretär Benedikt Kopera fest. „Laut Bundesverwaltungsgericht darf die Ladenöffnung nur Anhängsel eines zugkräftigen Marktes sein. Hier war es genau umgekehrt: Der kleine unauffällige Markt stand mit ca. 3.000 m² Fläche völlig im Schatten des Möbelriesens Segmüller mit seinen 40.000 m² Verkaufsfläche.“
Philip Büttner vom evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) erkennt die Bemühungen der Kommune an: „Es ist gut, dass Vaterstetten die Verkaufssonntage räumlich bereits etwas eingegrenzt hat. Aber die Kriterien des Sonntagsschutzes sind damit noch nicht erfüllt. Solche Verkaufssonntage wie am 19. März in Parsdorf wurden in Eching, Aschheim und anderen Gemeinden längst verboten.“
Heinz Neff von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) erklärt das Anliegen der Sonntagsallianz: „Manche Stimmen aus den Handelsverbänden fordern bereits die völlige Freigabe des Sonntags für kommerzielle Zwecke. Wir werben stattdessen für mehr Herz statt Kommerz am Sonntag. Sechs Werktage sind genug. Die Kunden kaufen ja auch nicht mehr Sofas, nur weil sonntags offen ist.“
Die Sonntagsallianz fordert die Gemeinde Vaterstetten dringend auf, keine weiteren Verkaufssonntage dieser Art zu veranstalten.





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